LS26 "Biologie"
Der Fachbereich Biologie befasst sich mit dem Schutz vor biologischen Bedrohungen und Gefahren. Dies umfasst die Forschung, Analyse und Diagnostik hochpathogener Krankheitserreger und Toxine sowie die Sicherstellung der erforderlichen Biosicherheitsmassnahmen.

Überblick
Der Fachbereich Biologie bearbeitet Fragestellungen, die für den Schutz der Bevölkerung vor biologischen Gefahren relevant sind. Dazu gehören die Analyse, Diagnostik und Erforschung hochpathogener Krankheitserreger und Toxine, einschliesslich ihrer Entstehung, Eigenschaften und Verbreitungsmechanismen.
Zudem betreibt das Labor Spiez eine akkreditierte Prüfstelle für den Nachweis spezieller biologischer Agenzien. Die Analysen erfolgen nach internationalen Standards, mit umfassenden internen und externen Qualitätskontrollen und unter strengen Biosicherheitsauflagen. Ergänzend engagiert sich der Fachbereich in der Aus- und Weiterbildung sowie in praxisnahen Trainings für Fachpersonal und trägt zum Aufbau von Fachwissen im Bereich biologischer Bedrohungen bei.
Gruppen der Biologie
Akkreditiertes Prüflaboratorium
Im Bereich Biologie betreibt das Labor Spiez das Prüflaboratorium für den Nachweis biologischer Agenzien gemäss STS 0054.
- Analytik von speziellen humanpathogenen Erregern und biologischen Toxinen
- Fachstellentätigkeiten mit Methoden der klassischen Mikrobiologie, der molekularbiologischen Diagnostik und der klassischen Biochemie
- Messgruppen: Diagnostik von Bakterien, Analytik biologischer Toxine und Diagnostik von Viren

Biologisches Sicherheitslabor
Das Biologische Sicherheitslabor ist die zentrale Einrichtung der Schweiz, in der mit humanpathogenen Krankheitserregern der Risikogruppen 3 und 4 gearbeitet werden kann. Es bietet umfassende Leistungen in den Bereichen Diagnostik, Analyse unbekannter Proben, Ausbildung sowie Forschung und Entwicklung. Dazu gehören die Primärdiagnostik schwer behandelbarer Erreger, die Analyse von Umwelt- und Verdachtsproben im Einsatzfall, die Ausbildung von Fachspezialistinnen und -spezialisten in der Sicherheitsstufe 4 sowie die Unterstützung universitärer Forschungsprojekte, etwa zur Entwicklung neuer Testmethoden oder Impfstoffe. Das Sicherheitslabor ermöglicht sowohl die wissenschaftliche Aufklärung biologischer Gefahren als auch die Vorbereitung und Bewältigung von Ereignissen mit biologischen Risiken.
Nationales Referenzzentrum für hochpathogene Bakterien (NABA)
Das Nationale Referenzzentrum für hochpathogene Bakterien (NABA) stellt im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) die Referenzdiagnostik sowie die Überwachung von hochpathogenen, bioterroristisch relevanten bakteriellen Erregern sicher. Das Leistungsangebot der Bakteriologie finden Sie unter «Weitere Informationen».
Die Referenzdiagnostik wird für folgende Erreger durchgeführt:
- Bacillus anthracis (Milzbrand)
- Francisella tularensis (Tularämie)
- Yersinia pestis (Pest)
- Brucella spp. (Brucellose)
- Burkholderia pseudomallei (Meliodiose)
Internationale Zusammenarbeit
Der Fachbereich Biologie ist aktiv in die internationale Zusammenarbeit eingebunden. Er unterstützt globale Bemühungen zur raschen Charakterisierung, Bewertung und Weitergabe neu auftretender Krankheitserreger mit epidemischem oder pandemischem Potenzial.
Im Rahmen dieser Tätigkeiten arbeitet der Fachbereich eng mit der World Health Organization (WHO) im Rahmen des WHO BioHub-Systems zusammen. Dabei stellt das Labor Spiez als erste WHO BioHub Facility weltweit eine sichere Drehscheibe für den Austausch von Proben und wissenschaftlichem Know-how bereit. Der Fachbereich trägt so zur Entwicklung, Validierung und weltweiten Einführung von Diagnostikkapazitäten bei und fördert Forschung, Entwicklung möglicher Gegenmassnahmen wie Medikamente oder Impfstoffe sowie den internationalen Wissensaustausch.

Rüstungskontrolle Biologie
Der Bereich Rüstungskontrolle Biologie befasst sich mit Massnahmen der biologischen Abrüstung, der Rüstungskontrolle biologischer Waffen sowie der Exportkontrolle von Dual-Use-Gütern. Weitere Informationen finden Sie hier:
Einsatzequipe VBS (B-EEVBS)
Die B-EEVBS des Labor Spiez kommt bei einem Ereignis mit einer möglichen biologischen Bedrohung auf Antrag des zuständigen kantonalen B-Fachberaters zum Einsatz. Die Einsatzszenarien sowie weitere Informationen finden Sie hier: