Zum Hauptinhalt springen

Veröffentlicht am 19. März 2026

LS26 "Einsatz-Organisationen im Labor Spiez"

Für die Bewältigung von ABC-Ereignissen bestehen im Labor Spiez spezialisierte Einsatzequipen VBS (EEVBS): die A-EEVBS, die B-EEVBS und die C-EEVBS. Diese drei zivilen Spezialeinheiten des Bundes verfügen über spezifische Einsatzmittel für Ereignisse mit Radioaktivität, gefährlichen biologischen Agenzien und toxischen Chemikalien. Die Einsatzequipen unterstützen bei Bedarf kantonale Einsatzkräfte sowie Einsatzelemente des Bundes. Das Einsatzgebiet umfasst die ganze Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein.

EEVBS Symbolbild Header

Überblick

Die Einsatzequipen A-EEVBS, B-EEVBS und C-EEVBS setzen sich jeweils aus fünfzehn bis zwanzig freiwilligen Fachspezialistinnen und Fachspezialisten des Labor Spiez zusammen, ergänzt durch einige Fachspezialistinnen und Fachspezialisten des Kompetenzzentrums ABC-KAMIR der Armee. Die Alarmierung erfolgt über die Nationale Alarmzentrale (NAZ), wobei die Einsatzequipen eine permanente Einsatzbereitschaft gewährleisten und eine rasche Reaktionsfähigkeit sicherstellen.
Nach der Alarmierung können die Fachspezialistinnen und Fachspezialisten die Einsatzleitung vor Ort innerhalb kurzer Zeit telefonisch beraten.
Im Rahmen dieser ersten Kontaktnahme erfolgt eine Lagebeurteilung sowie eine Klärung des möglichen Auftrags für die EEVBS. Nach der Alarmierung kann zeitnah ein Team ab Standort Spiez zum Einsatzort ausrücken. Die Verschiebung erfolgt mit den Einsatzfahrzeugen der EEVBS oder mittels Helikopter der Schweizer Armee.

Neben der Ereignisbewältigung können die EEVBS bei Anlässen mit erhöhter ABC-relevanter Bedrohungslage auch für präventive Überwachungs- und Sondierungstätigkeiten aufgeboten werden. Das Einsatzkonzept der EEVBS ist darauf ausgerichtet, eine möglichst schnelle, zielgerichtete und effiziente Unterstützung bei Ereignissen mit ABC-Gefährdungen sicherzustellen. Die Einsatzbereitschaft und Expertise werden durch regelmässige Übungen mit in- und ausländischen Partnerorganisationen gefestigt.

Die Modul- und Messfahrzeuge der drei EEVBS sind mit modernen Messmitteln und weiterem Einsatzmaterial ausgerüstet. Damit können sich die Teams vor Ort schützen und erste Messungen durchführen. Zudem führen sie das jeweils erforderliche Material zur Probennahme mit, sodass vor Ort nach anerkannten Standards Proben entnommen werden können. Diese können anschliessend rasch ins Labor Spiez transportiert und dort detailliert analysiert werden. Probennahme und Transport erfolgen dabei unter Wahrung der Beweismittelkette. Bei komplexen oder grossflächigen Ereignissen, sowie zur Sicherstellung der Durchhaltefähigkeit, können zudem die militärischen Einsatzelemente der ABC-Abwehr sowie KAMIR-Spezialisten hinzugezogen werden.

A-EEVBS

à Die A-EEVBS ist eine Einsatzequipe des VBS für Radioaktivität mit spezialisierten Fachkräften aus dem Labor Spiez. Sie unterstützt Bund und Kantone bei Ereignissen mit radioaktiven Stoffen.

Dazu zählen beispielsweise fachliche Beratungen, die Suche, Sicherstellung oder Bergung einer radioaktiven Quelle, Transportunfälle mit radioaktiven Stoffen sowie Einsätze im polizeilichen Umfeld bei Verdacht auf radioaktive Stoffe. Dabei ist sie stets in der Lage, eine radiologische Lagebeurteilung zugunsten der beteiligten Einsatzelemente vorzunehmen.
Mit hochmodernen Mitteln wie Drohnen, Roboter, Messfahrzeugen oder Sonden kann die A-EEVBS kleinste Mengen radioaktiver Stoffe aufspüren, gezielt lokalisieren und sichern. Auch präventive Messungen oder Überwachungen von Radioaktivität an Grossanlässen gehören zum erprobten Einsatzgebiet der A-EEVBS.

Zusätzlich bildet die A-EEVBS gemeinsam mit dem Forensischen Institut Zürich (FOR) das Einsatzelement «Nukleare Forensik Schweiz» (NF-CH), das für Spurensicherung und den Umgang mit Sprengstoffen im radioaktiven Umfeld eingesetzt werden kann.

EEVBS Symbolbild A-EEVBS

B-EEVBS

Die B‑EEVBS des Labor Spiez kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Ereignis auf eine potenzielle biologische Gefährdung hinweist. Ihr Fokus liegt auf hochpathogenen Erregern der Risikogruppen 3 – etwa den Erregern von Anthrax, Pest oder Tularämie – sowie auf gefährlichen Viren der Risikogruppe 4 wie Ebola-, Marburg-, Lassa‑ oder Pockenviren. Auch biologische Toxine wie Rizin gehören zum abgedeckten Bedrohungsspektrum.

Im Ereignisfall unterstützt die B‑EEVBS mit fachlicher Beratung, selektioniert geeignete Proben am Einsatzort und stellt deren sichere Erhebung für weiterführende biologische Analysen im Labor Spiez sicher. Damit leistet sie einen zentralen Beitrag zur raschen Abklärung biologischer Risiken und zur Entscheidungsfindung der beteiligten Organe.

Das Team verfügt über spezialisierte Expertise in der sicheren Handhabung und Untersuchung hochpathogener Erreger sowie im Umgang mit komplexen biologischen Toxinen. Diese Fachkompetenz ermöglicht es, auch unter anspruchsvollen Bedingungen präzise Lagebeurteilungen zu unterstützen und wirksame Schutzmassnahmen zu empfehlen.

EEVBS Symbolbild B-EEVBS

C-EEVBS

Die C‑EEVBS des Labor Spiez wird aufgeboten, wenn bei einem Ereignis der Verdacht auf eine chemische Gefährdung besteht. Ihr Einsatzspektrum umfasst chemische Kampfstoffe sowie ausgewählte toxische Industriechemikalien, deren Freisetzung Menschen oder Umwelt gefährden könnte.
Vor Ort unterstützt die C‑EEVBS die Einsatzkräfte mit fachlicher Beratung, führt Messungen zur Einschätzung einer möglichen Ausbreitung toxischer Substanzen durch und wählt geeignete Proben gezielt aus. Diese Proben werden sicher erhoben und für vertiefte chemische Analysen ins Labor Spiez überführt, wo eine detaillierte Abklärung stattfindet.

Das Team verfügt über ausgewiesene Expertise in der Detektion, Identifikation und sicheren Handhabung gefährlicher Chemikalien. Dank dieser Fachkompetenz kann die C‑EEVBS auch unter anspruchsvollen Bedingungen präzise Lagebeurteilungen unterstützen und Schutzmassnahmen zugunsten der beteiligten Einsatzorganisationen ermöglichen.

EEVBS Symbolbild C-EEVBS