LS26 "Erneuerung Labor Spiez"
Die Gebäude des Labor Spiez wurden Anfang der 1980er-Jahre in Betrieb genommen und weisen heute einen umfassenden Eneuerungsbedarf auf. Um die hohen Anforderungen an moderne Laborarbeit, Sicherheit und technische Infrastruktur auch langfristig erfüllen zu können, wird das Areal umfassend erneuert. Eine Machbarkeitsstudie hat aufgezeigt, dass ein Neubau am bestehenden Standort die günstigste Variante darstellt.

Das «Kreuzgebäude» als Hauptgebäude sowie mehrere Nebengebäude des Labor Spiez wurden 1981 in Betrieb genommen. Heute weisen sie einen hohen Sanierungsbedarf auf und entsprechen in verschiedenen Bereichen nicht mehr den aktuellen Anforderungen an moderne wissenschaftliche Laborarbeit. Vor diesem Hintergrund haben armasuisse Immobilien als Eigentümervertreterin und das Labor Spiez als Nutzerin vor rund fünf Jahren gemeinsam Abklärungen zur Gesamtsanierung der bestehenden Gebäude aufgenommen. Die Machbarkeitsstudie zeigte für das Kreuzgebäude ein eindeutiges Ergebnis: Ein Ersatzneubau ist sowohl wirtschaftlicher als auch effizienter als eine umfassende Sanierung des bestehenden Gebäudes. Das Chemische Sicherheitslabor, die Energiezentrale sowie das Werkstattgebäude dagegen können saniert werden
Qualitätssicherung und Risikominimierung dank Gesamtleistungswettbewerb mit Dialog
Ende 2023 wurde das Projekt Erneuerung Labor Spiez in einem Gesamtleistungswettbewerb mit Dialog ausgeschrieben. In diesem besonderen Beschaffungsverfahren erarbeiten die Wettbewerbsteilnehmer als potenzielle Totalunternehmer nicht nur ein Architekturkonzept, sondern ein integriertes Gesamtangebot aus Planung und Realisierung, inkl. den technischen Anlagen und Installationen. Der strukturierte und intensive Dialog während der Wettbewerbsphase ermöglichte es, zentrale Fragestellungen frühzeitig zu klären und die Projekte in hoher Qualität auszuarbeiten.
Mitte 2025 reichten die drei in der letzten Phase verbliebenen Wettbewerbsteilnehmer ihre ausgearbeiteten Projekte ein. Alle Projekte erfüllten grundsätzlich die in der Ausschreibung definierten Anforderungen. Gestützt auf klar festgelegte Kriterien wurde das Projekt der HRS Real Estate AG vom Beurteilungsgremium als Siegerprojekt bestimmt. Der Zuschlagentscheid wurde Ende August 2025 auf der Plattform für öffentliche Beschaffungen (SIMAP) publiziert. Nach Ablauf der Beschwerdefrist konnten armasuisse Immobilien und die HRS Real Estate AG im September 2025 den Vertrag für die weitere Planung des Projekts unterzeichnen. Damit sind die Baukosten sowie der Zeitplan für das Gesamtprojekt bereits jetzt verbindlich festgelegt, und zwar mit einem einzigen Vertragspartner als Totalunternehmer. Die Risiken für die weitere Umsetzung des Projekts sind dadurch deutlich reduziert.

Das Siegerprojekt von HRS Real Estate AG
Mit dem Siegerprojekt erhält das Labor Spiez ein neues Hauptgebäude, das gegenüber dem bestehenden Kreuzgebäude in funktionaler, technischer und baulicher Hinsicht wesentliche Vorteile bietet. Die unterschiedlichen Anforderungen an Labor- und Büroarbeitsplätze werden konsequent berücksichtigt: Der Neubau gliedert sich in einen kleineren Bürotrakt in ressourcenschonender Holzbauweise und einen grösseren Laborteil als robuster Betonbau.
Die Labore sind standardisiert und lassen sich flexibel für unterschiedliche wissenschaftliche Nutzungen ausstatten. Auch die haustechnischen Anlagen sowie die Medienversorgung sind auf eine hohe Anpassungsfähigkeit ausgelegt und berücksichtigen mögliche künftige Nutzungsanforderungen. Die Sicherheitsanforderungen entsprechen dem neuesten Stand der Technik und den geltenden gesetzlichen Vorgaben. Darüber hinaus fügt sich der Neubau städtebaulich gut in die bestehenden Anlagen des ABC-Zentrums Spiez ein.
Eine zentrale Anforderung an das Projekt war die Sicherstellung der Betriebs- und Einsatzbereitschaft des Labor Spiez während der gesamten Bauzeit. Dieses Ziel wird mit dem Siegerprojekt überzeugend erreicht: Der Neubau entsteht kompakt auf einer bestehenden Freifläche, sodass der Betrieb im heutigen Kreuzgebäude während der Bauphase weitgehend uneingeschränkt weitergeführt werden kann. Der Umzug in das neue Hauptgebäude erfolgt anschliessend ohne Zwischenlösungen oder Provisorien in einem einzigen Schritt. Auch die Sanierung der drei Nebengebäude wird so umgesetzt, dass die Einsatzbereitschaft des Labor Spiez jederzeit sichergestellt bleibt.

Weiterer Fahrplan bis zum Umzug 2031
Im laufenden Jahr arbeiten die Projektleitung von armasuisse Immobilien und das Labor Spiez intensiv an der Vorbereitung des militärischen Plangenehmigungsverfahrens. Im Jahr 2027 stehen dann die entscheidenden rechtlichen und politischen Weichenstellungen an: Einerseits muss das Generalsekretariat VBS die Plangenehmigung erteilen, andererseits müssen die erforderlichen finanziellen Mittel im Rahmen des Immobilienprogramms VBS 2027 von Bundesrat und Parlament bewilligt werden.
Der weitere Projektverlauf ist dann wie folgt geplant:
Anfang 2028: Beginn der Sanierungsarbeiten an drei Nebengebäuden
Ende 2028: Baustart für den Ersatzneubau Labor Spiez
2029: Abschluss der Sanierungsarbeiten an drei Nebengebäuden
2031: Umzug in den Ersatzneubau Labor Spiez
2032: Rückbau des bestehenden Kreuzgebäudes und Fertigstellung der Umgebung
Der Neubau des Labor Spiez schafft moderne, hochwertige und attraktive Arbeitsplätze. Er stellt sicher, dass auch langfristig ausgewiesene Expertinnen und Experten im Bereich des ABC-Schutzes in Spiez tätig sind. Das Projekt leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Leistungsfähigkeit des Labor Spiez und zur Sicherheit der Schweiz.