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Veröffentlicht am 28. Juli 2026

LS26 "Erneuerung Labor Spiez"

Die Gebäude des Labor Spiez wurden Anfang der 1980er-Jahre in Betrieb genommen und weisen heute einen umfassenden Eneuerungsbedarf auf. Um die hohen Anforderungen an moderne Laborarbeit, Sicherheit und technische Infrastruktur auch langfristig erfüllen zu können, wird das Areal umfassend erneuert. Eine Machbarkeitsstudie hat aufgezeigt, dass ein Neubau am bestehenden Standort die günstigste Variante darstellt.

Aussenansicht Gebäude Front Labor Spiez

Das «Kreuzgebäude» als Hauptgebäu­de sowie mehrere Nebengebäude des Labor Spiez wurden 1981 in Betrieb ge­nommen. Heute weisen sie einen ho­hen Sanierungsbedarf auf und entspre­chen in verschiedenen Bereichen nicht mehr den aktuellen Anforderungen an moderne wissenschaftliche Laborar­beit. Vor diesem Hintergrund haben armasuisse Immobilien als Eigentü­mervertreterin und das Labor Spiez als Nutzerin vor rund fünf Jahren gemein­sam Abklärungen zur Gesamtsanie­rung der bestehenden Gebäude aufge­nommen. Die Machbarkeitsstudie zeig­te für das Kreuzgebäude ein eindeuti­ges Ergebnis: Ein Ersatzneubau ist so­wohl wirtschaftlicher als auch effizien­ter als eine umfassende Sanierung des bestehenden Gebäudes. Das Chemi­sche Sicherheitslabor, die Energiezen­trale sowie das Werkstattgebäude da­gegen können saniert werden

Qualitätssicherung und Ri­sikominimierung dank Ge­samtleistungswettbewerb mit Dialog

Ende 2023 wurde das Projekt  Erneuerung Labor Spiez in einem Gesamtleistungswettbewerb mit Dialog ausgeschrieben. In diesem besonderen Beschaffungsverfahren erarbeiten die Wettbewerbsteilnehmer als potenzielle Totalunternehmer nicht nur ein Architekturkonzept, sondern ein integriertes Gesamtangebot aus Planung und Realisierung, inkl. den technischen Anlagen und Installationen. Der strukturierte und intensive Dialog während der Wettbewerbsphase ermöglichte es, zentrale Fragestellungen frühzeitig zu klären und die Projekte in hoher Qualität auszuarbeiten.

Mitte 2025 reichten die drei in der letzten Phase verbliebenen Wettbewerbsteilnehmer ihre ausgearbeiteten Projekte ein. Alle Projekte erfüllten grundsätzlich die in der Ausschreibung definierten Anforderungen. Gestützt auf klar festgelegte Kriterien wurde das Projekt der HRS Real Estate AG vom Beurteilungsgremium als Siegerprojekt bestimmt. Der Zuschlagentscheid wurde Ende August 2025 auf der Plattform für öffentliche Beschaffungen (SIMAP) publiziert. Nach Ablauf der Beschwerdefrist konnten armasuisse Immobilien und die HRS Real Estate AG im September 2025 den Vertrag für die weitere Planung des Projekts unterzeichnen. Damit sind die Baukosten sowie der Zeitplan für das Gesamtprojekt bereits jetzt verbindlich festgelegt, und zwar mit einem einzigen Vertragspartner als Totalunternehmer. Die Risiken für die weitere Umsetzung des Projekts sind dadurch deutlich reduziert.

Siegerprojekt HRS Real Estate AG

Das Siegerprojekt von HRS Real Estate AG

Mit dem Siegerprojekt erhält das Labor Spiez ein neues Hauptgebäude, das gegenüber dem bestehenden Kreuz­gebäude in funktionaler, technischer und baulicher Hinsicht wesentliche Vor­teile bietet. Die unterschiedlichen An­forderungen an Labor- und Büroar­beitsplätze werden konsequent be­rücksichtigt: Der Neubau gliedert sich in einen kleineren Bürotrakt in ressour­censchonender Holzbauweise und ei­nen grösseren Laborteil als robuster Betonbau.

Die Labore sind standardisiert und las­sen sich flexibel für unterschiedliche wissenschaftliche Nutzungen ausstat­ten. Auch die haustechnischen Anlagen sowie die Medienversorgung sind auf eine hohe Anpassungsfähigkeit ausge­legt und berücksichtigen mögliche künftige Nutzungsanforderungen. Die Sicherheitsanforderungen entspre­chen dem neuesten Stand der Technik und den geltenden gesetzlichen Vorga­ben. Darüber hinaus fügt sich der Neu­bau städtebaulich gut in die bestehen­den Anlagen des ABC-Zentrums Spiez ein.

Eine zentrale Anforderung an das Pro­jekt war die Sicherstellung der Be­triebs- und Einsatzbereitschaft des La­bor Spiez während der gesamten Bau­zeit. Dieses Ziel wird mit dem Sieger­projekt überzeugend erreicht: Der Neu­bau entsteht kompakt auf einer beste­henden Freifläche, sodass der Betrieb im heutigen Kreuzgebäude während der Bauphase weitgehend uneinge­schränkt weitergeführt werden kann. Der Umzug in das neue Hauptgebäude erfolgt anschliessend ohne Zwischen­lösungen oder Provisorien in einem ein­zigen Schritt. Auch die Sanierung der drei Nebengebäude wird so umgesetzt, dass die Einsatzbereitschaft des Labor Spiez jederzeit sichergestellt bleibt.

Innenansicht HRS Real Estate AG

Weiterer Fahrplan bis zum Umzug 2031

Im laufenden Jahr arbeiten die Projekt­leitung von armasuisse Immobilien und das Labor Spiez intensiv an der Vorbe­reitung des militärischen Plangenehmi­gungsverfahrens. Im Jahr 2027 stehen dann die entscheidenden rechtlichen und politischen Weichen­stellungen an: Einerseits muss das Ge­neralsekretariat VBS die Plangenehmi­gung erteilen, andererseits müssen die erforderlichen finanziellen Mittel im Rahmen des Immobilienprogramms VBS 2027 von Bundesrat und Parlament bewilligt werden.

Der weitere Projektverlauf ist dann wie folgt geplant:

Anfang 2028: Beginn der Sanie­rungsarbeiten an drei Nebenge­bäuden

Ende 2028: Baustart für den Er­satzneubau Labor Spiez

2029: Abschluss der Sanierungs­arbeiten an drei Nebengebäuden

2031: Umzug in den Ersatzneubau Labor Spiez

2032: Rückbau des bestehenden Kreuzgebäudes und Fertigstellung der Umgebung

Der Neubau des Labor Spiez schafft moderne, hochwertige und attraktive Arbeitsplätze. Er stellt sicher, dass auch langfristig ausgewiesene Expertinnen und Experten im Bereich des ABC-Schutzes in Spiez tätig sind. Das Pro­jekt leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Leistungsfä­higkeit des Labor Spiez und zur Sicher­heit der Schweiz.