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Labor Spiez als Repositorium für BioHub Netzwerk der WHO

Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, neu auftretende Krankheitserreger schnell und umfassend austauschen zu können. Dieser Austausch ist entscheidend für eine effektive Charakterisierung und Überwachung der Erreger sowie für die rechtzeitige Entwicklung von medizinischen Gegenmassnahmen, insbesondere Diagnostika, Therapeutika und Impfstoffe.

24.05.2021 | Kommunikation BABS

Derzeit geschieht ein grosser Teil dieses Austauschs bilateral zwischen einzelnen Labors und auf ad-hoc Basis. Dieser Prozess ist langsam, lässt einige Länder zurück und reicht eventuell nicht aus, um den globalen Bedarf zu decken, der bei akuten Krankheitsausbrüchen entsteht.

Zusammen mit dem Aufruf zu einer neuen Ära der internationalen Zusammenarbeit hat die WHO bereits vor einem Jahr betont, dass angesichts der aktuellen Pandemie eine Rückkehr zum Status Quo keine Option ist. Ein neues, globales System für den Austausch von Erreger-Materialien soll nicht auf bilateralen Vereinbarungen beruhen und dessen Aushandlung darf nicht Jahre dauern. Idealerweise sollten neu auftretende Krankheitserreger, die ein Risiko für die Sicherheit der öffentlichen Gesundheit darstellen, rasch über ein globales, vertrauenswürdiges und transparentes System ausgetauscht werden, das laborübergreifend und partnerschaftlich arbeitet. Dieses System dient dazu, die Umsetzung von Gegenmassnahmen zu beschleunigen sowie die Entwicklung von Diagnostika, Behandlungen und Impfstoffe zu fördern – Leistungen, die allen Ländern zur Verfügung gestellt werden können, basierend auf den Bedürfnissen der öffentlichen Gesundheit und den Prinzipien des gerechten Zugangs.

Die Schweiz unterstützt diese Initiative der WHO zur Einrichtung eines internationalen Systems für den freiwilligen Austausch von neuartigen Pathogenen. Zu diesem Zweck unterzeichnete Bundesrat Alain Berset am 24. Mai 2021 mit WHO Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus ein Kooperationsabkommen im Rahmen der WHO BioHub Initiative. Mit diesem Abkommen stellt die Schweiz der WHO das Labor Spiez als Repositorium für SARS-CoV-2 Viren oder andere Pathogene mit Epidemie- oder Pandemiepotential zur Verfügung.

Wahl von Spiez

Unsere Infrastruktur erlaubt jederzeit den sicheren Umgang mit humanpathogenen Krankheitserregern der Risikogruppe 3 und 4. Wir sind befähigt, Primärdiagnostik für hochansteckende und schwer zu behandelnde Krankheitserreger dieser Risikogruppen durchzuführen, inkl. umfangreiche Differenzialdiagnostik. Wir können Bedürfnisse der Diagnostik wie z.B. die Entwicklung von neuen Testmethoden für bekannte als auch noch unbekannte Erreger abdecken. Weiter haben wir die Fähigkeit zur Analyse von unbekannten Verdachtsproben (beispielsweise Sequenzierung) – falls nötig unter Miteinbezug der Kompetenzen anderer Disziplinen, was im Labor Spiez in einzigartiger Weise möglich ist.