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Veröffentlicht am 28. Juli 2026

LS26 "WHO"

Das Labor Spiez unterstützt die WHO durch den Betrieb der weltweit ersten BioHub Facility sowie durch Beiträge zu internationalen Ausbruchserkennungs- und Reaktionsmechanismen.

Probenvorbereitung

WHO BioHub

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) hat 2021 die Entwicklung eines globalen Labornetzwerks lanciert, das WHO BioHub-System. Dieses soll es Mitgliedstaaten erleichtern, neu auftretende Erreger mit epidemischem oder pandemischem Potenzial rasch auszutauschen. Dadurch wird die Entwicklung, Einführung und Validierung der erforderlichen Diagnostikkapazitäten in den betroffenen Ländern sowie die weltweite Erforschung und Entwicklung möglicher Gegenmassnahmen (z.B. Medikamente, Impfstoffe) verbessert und vor allem beschleunigt.

Die Schweiz stellt der WHO seit 2021 das Labor Spiez (mit seinem Biologischen Sicherheitslabor) für Aufgaben im WHO BioHub-System zur Verfügung. Das Labor Spiez ist die erste WHO BioHub Facility weltweit. Es dient damit den WHO-Mitgliedstaaten als Drehscheibe für den schnellen Austausch von neu auftretenden Erregern mit epidemischem oder pandemischem Potenzial.

Das WHO BioHub ermöglicht die sichere Entgegennahme von neu auftretenden Erregern mit epidemischem oder pandemischem Potenzial, deren rasche Charakterisierung, die Publikation der ermittelten Genomsequenz auf einer öffentlichen Datenbank und schliesslich die Bereitstellung von Proben zur Weitergabe an berechtigte Forschungsinstitutionen der Mitgliedstaaten.

Globaler Nutzen des WHO BioHub Systems

Das System ist für die Weltgesundheit von hoher Bedeutung. Es ermöglicht allen WHO-Mitgliedstaaten den beschleunigten Zugang zum erforderlichen Know-how für die Bewältigung einer Epidemie oder Pandemie. Das System ist vollkommen transparent: Die erarbeiteten Genomdaten werden in öffentlichen Datenbanken publiziert. Über die Tätigkeiten im Rahmen des WHO-BioHub-Systems wird zudem der Weltgesundheitsversammlung der WHO Bericht erstattet.

Nutzen für die Schweiz

Auch die Schweiz profitiert von dieser besonderen Rolle, indem sie schneller und umfassender Zugang zu biologischem Material sowie zu Informationen über aktuelle biologische Gefährdungen weltweit erhält. Dies verbessert die Früherkennung und Reaktionsfähigkeit bei biologischen Gefährdungen massgeblich.

WHO BioHub Datenbank

Global Outbreak Alert and Response Network (GOARN)

GOARN vereint weltweit führende Institutionen, um bei Ausbrüchen übertragbarer Krankheiten rasch internationale Expertise zu mobilisieren. Im Rahmen dieses Netzwerks bringt das Labor Spiez seine fachlichen Kompetenzen in der Diagnostik, Analyse und Bewertung biologischer Gefahren ein und unterstützt die WHO sowie betroffene Staaten bei der schnellen Einschätzung von Risiken und der Einleitung geeigneter Gegenmassnahmen.

European Mobile Laboratory (EMLab)

Das Labor Spiez unterstützt das European Mobile Laboratory (EMLab), eine einsatzbereite mobile Laboreinheit zur schnellen Diagnostik hochinfektiöser Krankheiten direkt vor Ort. Das EMLab kann kurzfristig in Krisen- und Ausbruchsgebiete entsandt werden und ermöglicht unter oft schwierigen Bedingungen die sichere Probenanalyse und Diagnosestellung. Durch seine Beteiligung stellt das Labor Spiez technisches Know-how, analytische Expertise und Unterstützung bei Betrieb und Weiterentwicklung der mobilen Laborkapazitäten bereit.